Wie bewahren wir Widerstandsgeist in einem totalitären Überwachungsapparat?
Die Frage nach dem Widerstand in totalitären Systemen ist so alt wie die Tyrannei selbst. Doch das 21. Jahrhundert konfrontiert uns mit einer neuen Qualität der Unterdrückung: Einem digitalen Überwachungsapparat von beispielloser Reichweite und Effizienz. Während historische totalitäre Regime auf physische Gewalt und ideologische Mobilisierung angewiesen waren, verfügen moderne Machtsysteme über Technologien, die jede Regung des Widerstands im Keim ersticken können.
Susanna Zuboff beschreibt den ‚Überwachungskapitalismus' als System, das ‚sogar die Nischen besetzt, die in bisherigen totalitären Systemen noch frei geblieben sind'. Diese neue Form der Kontrolle operiert nicht mehr nur durch Repression, sondern durch Antizipation – sie verhindert Widerstand, bevor er entstehen kann.
Die Anatomie des digitalen Totalitarismus
Der moderne Überwachungsapparat unterscheidet sich fundamental von seinen historischen Vorläufern. Während die Stasi auf menschliche Informanten angewiesen war, sammeln heute Algorithmen kontinuierlich Daten über jeden Aspekt unseres Lebens. Diese Systeme analysieren nicht nur unser Verhalten, sondern können es vorhersagen und beeinflussen.
Die Perfektion dieses Systems liegt in seiner Unsichtbarkeit. Überwachung findet statt, ohne dass sie als solche wahrgenommen wird. Smartphone-Apps, Soziale Medien, digitale Zahlungssysteme – sie alle generieren Datenspuren, die ein detailliertes Profil jedes Individuums erstellen. Der ‚gläserne Mensch' ist längst Realität geworden.
Besonders perfide ist die Integration von Belohnungssystemen. Wie B.F. Skinners Experimente mit operanter Konditionierung zeigten, ist positive Verstärkung effektiver als Bestrafung. Social Media Likes, Kreditscores, PayBack, Gamification – das System erzieht zur Selbstoptimierung im Sinne der Macht.
Der Chilling Effect: Wie Überwachung Widerstand erstickt
Jeremy Benthams Panopticon wird heute durch Big Data realisiert. Das Wissen um die Möglichkeit der Überwachung reicht aus, um Konformität zu erzeugen. Menschen zensieren sich selbst, noch bevor externe Zensur nötig wird.
Dieser ‚Chilling Effect' manifestiert sich auf verschiedenen Ebenen:
• Kommunikation wird selbstzensiert: Kritische Themen werden in digitaler Kommunikation vermieden.
• Organisierung wird erschwert: Jede Gruppierung ist von Beginn an infiltriert durch digitale Überw
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Signal Private Messenger
Die Welt ist nurnoch im Fernsehen schön. In der Realität haben
Unternehmen, Regierungen und Geheimdienste immer einen Griffel an
unseren Daten.
In Kurz: Wir werden total überwacht. Freie Sprache, freie Gedanken
und echte Demokratie sind unter diesen Vorraussetzungen nicht
möglich.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist es seine digitale
Kommunikation wieder unter die eigene Kontrolle zu bringen. Täglich
kommunizieren wir mit unseren Liebsten, mit Bekannten, Freunden und
Kollegen. Wollen wir wirklich das theoretisch JEDER unsere
Kommunikation mitlesen kann?
Gut, man mag jetzt argumentieren, dass man eh nichts schlimmes
schreibt, also "nichts zu verbergen" hat. Ich denke allerdings das
Leute die nichts zu verbergen haben schon längst Opfer des Chilling
Effektes geworden sind.
Wer sich nicht selber zensieren möchte und auch keine Lust hat
in 5, 10 oder 20 Jahren sämtliche Chatlogs (inkl. Nacktfotos?)
seiner Whatsappkonversationen im Internet zu finden (ja, sowas
passiert. Siehe Jennifer
Lawrence), der sollte sich nach Alternativen umschauen.
Signal ist die beste dieser Alternativen und im
PlayStore sowie im
AppStore kostenlos erhältlich. Sie wird von Aktivisten namens
Open Whisper Systems
entwickelt und gepflegt und wird sogar von Edward Snowden genutzt
und empfohlen:
I use Signal every day. #notesforFBI (Spoiler: they already know) https://t.co/KNy0xppsN0
— Edward Snowden (@Snowden) November 2, 2015
Das erwähnte FBI hat die Sicherheit dann auch gleich mal geprüft und wollte Nutzerdaten per Gerichtsbeschluß. Letztendlich gab es aber lediglich Daten über den Zeitpunkt, zu dem der Account angelegt wurde, und
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